Keine Silbe zu viel
Die Luftfahrt ist gespickt mit derartigen Abkürzungen. Präzise und möglichst unmissverständlich haben sie zu sein. Ganz besonders gilt das für die Kommunikation zwischen Cockpitbesatzung und der Air Traffic Control, kurz: ATC. Jede überflüssige Silbe, Zahl oder Buchstabenreihe könnte zu potenziellen Missverständnissen führen. Die Anweisung „Reduce to minimum“ gilt nicht nur bei Höhe und Geschwindigkeit im Landeanflug. Sondern für den kompletten Aufbau der Fliegersprache.
Die fußt auf dem Alphabet der Internationalen Zivilluftorganisation „International Civil Aviation Organisation“, dem sogenannten ICAO-Alphabet. „M“ und „N“ ließen sich noch leicht verwechseln, wenn es im Kopfhörer knackt und rauscht. „Mike“ und „November“ wohl kaum. Und aus „Flug BA 284“ wird in der Pilotensprache: Bravo Alpha Two Eight Four.
Wenn dieser Flug von San Francisco nach London Heathrow seinen „Slot“ für den Start einhalten möchte, im Fachjargon CTOT genannt, „Calculated Time for Takeoff“, erbittet er beim Tower zeitig die Freigabe zum Rollen. Zum Beispiel in Richtung Startbahn 28R. Die Antwort aus dem Tower könnte zum Beispiel diese sein: „Bravo Alpha Two Eight Four heavy taxi to runway 28R via Alpha, Quebec, Bravo, Foxtrot, hold short of 01Lima.“
„Heavy“ steht für den Dreamliner Boeing 787-9, mit dem der Flug durchgeführt wird. Es indiziert ein Startgewicht von mehr als 300.000 Pfund. Alpha, Quebec, Bravo und Foxtrott bezeichnen den Weg über das Vorfeld. Dann folgt die Anweisungen, vor der Bahn 01L zu warten. Sie kreuzt die Startbahn 28R, wohin „BA 284“ nun gleich rollen wird.
Was nach Geheimcodes klingt, ist einfach nur reduzierte Kommandosprache, „rotate“, „positive climb“, „gear up“. Das Wetter ist womöglich CAVOC, „clouds and visibility OK“, Wolken und Sicht in Ordnung.
Zusätzlich zum normalen Funkverkehr sind Verkehrsflugzeuge mit Transpondern ausgestattet. Die Bezeichnung setzt sich aus den Wörtern Transmitter und Responder zusammen. Das Funk-Kommunikationsgerät dient allen voran zur Identifizierung von Flugzeugen. Aber auch als Notfallkommunikation, wenn der Funk ausgefallen ist oder ein Funkspruch gerade nicht dienlich ist.
Der Code für eine Flugzeugentführung lautet „7500“. Als Eselsbrücke lernen Flugschüler: „75 – man with knife“. „7600“ ist das Signal für einen Funkausfall, „7700“ bedeutet: Emergency. Zugeordnet zur jeweiligen Flugnummer taucht der Code dann bei sämtlichen Lotsen auf, über deren Bildschirm sich der Flug gerade bewegt.