Als Air France im Mai 1974 den ersten Airbus A300 in Dienst stellte, hob das damals sicherste Passagierflugzeug ab – dank hydraulischer Systeme an Bord. Bis dahin bewegten Pilot:innen Steuerflächen wie Quer-, Höhen- oder Seitenruder direkt über Seilzüge, Gestänge und Umlenkrollen. Das war sicherheitstechnisch problematisch, weil Redundanz und Kraftübertragung schwer umzusetzen waren. Heute ist die Hydraulik aus modernen Verkehrsflugzeugen nicht mehr wegzudenken. Neben der Flugsteuerung übernimmt sie auch Aufgaben wie Bremsen, Schubumkehr und am Boden das Öffnen und Schließen der Frachttüren.
Die meisten Verkehrsflugzeuge fliegen mit zwei Hydrauliksystemen, die jeweils von den Triebwerken auf Druck gebracht werden. Ein dritter oder sogar vierter Kreislauf wird von einer elektrischen Pumpe angetrieben. Die nötige Energie kommt von einem Triebwerksgenerator oder einer Batterie. Fällt ein Kreislauf aus, übernehmen die verbleibenden automatisch alle Funktionen. Über eine Power Transfer Unit (PTU) lässt sich zudem Leistung zwischen den Kreisen übertragen – ohne Hydraulikflüssigkeit auszutauschen. Selbst bei Ausfall von zwei Kreisen reicht die Kraft des dritten, um die Maschine steuerbar zu halten.