Kompetenz spricht sich in der Fachwelt herum
Gleich die erste Niederdruckturbine für das JT10-D-Triebwerk, das schon bald in PW2000 umbenannt wurde, glänzte durch eine besondere technische Raffinesse: Da sich Rotoren und Triebwerksgehäuse bei Schubänderungen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ausdehnen und zusammenziehen und so zeitweise zu größeren Spalten und damit zu Leistungseinbußen führen, besaß es erstmals eine Gehäusekühlung, die sogenannte aktive Spaltkontrolle (ACC). Sie glich den Unterschied in der Wärmeausdehnung der Komponenten aus, verringerte so den Spalt und steigerte damit deutlich den Wirkungsgrad des gesamten Aggregats. Die Idee und das Patent dazu kam von Pratt & Whitney, die Umsetzung von der MTU. „Heute ist das Standard in jedem Triebwerk“, sagt Schweikl.
Die Niederdruckturbinen-Kompetenz der MTU sprach sich in der Fachwelt herum. Was dazu führte, dass Schweikl und sein Team kurze Zeit später auch für das V2500-Programm die Niederdruckturbinen-Entwicklung übernahmen. Die Niederdruckturbine hat einen wesentlichen Einfluss auf die Gesamtperformance eines Triebwerks. Beim V2500, das unter anderem die A320-Familie in die Luft bringt und zu einem der wichtigsten Programme im zivilen Portfolio der MTU wurde, nutzten die Ingenieure konsequent die Erfahrung aus dem PW2000. So konnte der Wirkungsgrad der V2500-Niederdruckturbine erheblich gesteigert werden.