Dies ist einmal relevant, weil die oftmals komplexen und aus High-End-Materialien bestehenden Triebwerkskomponenten schnell dem Wert eines Mittelklassewagens entsprechen. Sie binden folglich in Form des Lagerbestands einiges an Kapital. Zum anderen sind die Beschaffungsketten derartiger Komponenten mit bis zu 18 Monaten sehr lang.
Einen rein computerbasierten Algorithmus für die Bedarfe der Zukunft zu entwickeln, hält Hinderberger auf absehbare Zeit für unwahrscheinlich. „Sie sind von zahlreichen Faktoren abhängig, die ein Ersatzteilbedarfsplaner stets bewerten muss: Von Wetter- und Umwelteinflüssen, der Nutzungszeit seit der letzten Triebwerksüberholung, von Trends in Flugbewegungen der Airline Flotten und vom Ölpreis.“ Wie würde sich sein Fallen auf die Nutzungsdauern bestehender Flotten auswirken? Womöglich lohnt es sich für Airlines, ältere Flugzeuge mit einem etwas höheren Treibstoffverbrauch doch länger als geplant zu betreiben? Was würde das für die Ersatzteilbedarfe bedeuten?
„Mit dem Einsatz von moderner Datenanalyse und Big-Data-Technologien, die vor 10, 15 Jahren noch nicht produktiv eingesetzt wurden, können wir die Kollegen aus der Ersatzteilbedarfsplanung zunehmend mit aus Daten gewonnen Erkenntnissen unterstützen und somit Entscheidungen transparenter gestalten“, erklärt Hinderberger. „Der Fachbereich gibt den Prozess und die Parameter vor – wir überführen sie dann in Anforderungen an ein bestenfalls existierendes IT-Tool.“
Wie ein großes Puzzle sollen so Daten und Recherchen zusammengeführt werden, um sich Schritt für Schritt dem Ziel zu nähern: einer proaktiven und digital unterstützten Ersatzteilplanung mit optimierten Lagerbeständen.