Mit höherem Wasserstoffverbrauch schneller zur Wirtschaftlichkeit
Deutschlandweit befassen sich daher schon heute alle Flughäfen mit dem Thema Wasserstoff. „Mit einem im Vergleich zum aktuellen Kerosin-Tank um den Faktor drei, eher vier, größeren Wasserstofftank stoßen wir auf unserer Fläche an die Grenze des Machbaren“, resümiert Blohme-Hardegen. Daher sucht er nach Alternativen, zum Beispiel in Form einer Pipeline: „Wir streben eine Einbindung an das Wasserstoffversorgungsnetz an, das in den kommenden Jahrzehnten auch den Norden Hamburgs erschließen wird.“ So kann das Wasserstofflager am Flughafen Hamburg kleiner ausfallen, denn der Wasserstoff wird gasförmig zum Flughafen transportiert. Schon in den nächsten Jahren wolle man aber einen kleineren Demonstratortank mit Test-Verflüssigungsanlage aufbauen, kündigt der Umwelt-Experte an. Mit dem Boil-Off-Gas – der gasförmigen Phase, die sich durch die Erwärmung des Flüssigwasserstoffs in dem Tank bildet – will der Flughafen Hamburg einen Teil seiner Brennstoffzellen-Vorfeldfahrzeuge emissionsfrei betreiben.
Den Wasserstoffverbrauch am Flughafen so zu erhöhen, sei in jedem Fall sinnvoll, sagt MTU-Technologe Law. „Denn je mehr Wasserstoff verbraucht wird, desto schneller rechnen sich auch die Investitionen in die Infrastruktur.“ Es gäbe neben den Vorfeldfahrzeugen auch noch Taxi- und Mietwagenflotten sowie Busse, die zumindest zum Teil mit Wasserstoff betrieben werden könnten. Grundsätzlich müssen die Investitionen aber über den Verkauf von Wasserstoff amortisiert werden, sagt Law: „Wenn man mehr als 400 Kilogramm grünen Wasserstoff pro Tag verbraucht, lohnt sich sein Einsatz bereits.“ Damit ist Wasserstoff auch für kleinere Regionalflughäfen eine Perspektive. Die Abläufe bei der Flugzeugbetankung mit Wasserstoff dort wie auch auf großen Flughäfen würden sich kaum ändern, sagt Markus Bachmeier, Director Sales & Products beim Gase-Spezialisten Linde: „Lkw mit Kryotanks werden den Wasserstoff zu den Maschinen fahren. Ähnlich wie heute schon bei Wasserstoffautos wird dann ein Schlauch an den Tank gekuppelt.“ Das Betanken selbst laufe dann – je nach Flugzeuggröße – ähnlich schnell wie bei Kerosin ab.