MTU-Bürstendichtungen für Industrieanwendungen
Etwa 60 Prozent der bei der MTU Aero Engines produzierten Bürstendichtungen sind fürs Triebwerksgeschäft des Unternehmens bestimmt. Die restlichen rund 40 Prozent entfallen auf das sogenannte Drittgeschäft: auf Kunden, die an neuralgischen Stellen ihrer Produkte auf höchste Dichtleistung angewiesen sind. „Viele externe Anwendungen kommen aus dem Pumpen- und Turbomaschinensegment, den Bereichen Werkzeug- und Sondermaschinen oder Vakuum-Anwendungen“, berichtet MTU-Experte Stefan Beichl. „Auch drei Formel-1-Rennställe rüsten wir mit speziellen Bürstendichtungen aus.“
In vielen von Flugtriebwerken abgeleiteten Industriegasturbinen, die etwa zur Stromerzeugung eingesetzt werden, sind ebenfalls MTU-Bürstendichtungen verbaut. Bei diesen nicht fliegenden Anwendungen ist der Gewichtsfaktor weniger wichtig. Dafür sind die Anforderungen an die Robustheit höher. Beichl: „Ein Kraftwerk wegen einer defekten und auszuwechselnden Dichtung vorrübergehend abzuschalten? Absolut undenkbar.“
Eine sehr besondere Anwendung stellt die Produktion industrieller 3D-Druck-Beschichterklingen dar. „Wir haben unsere Dichtungsexpertise in den allgemeinen Maschinenbau übernommen und aus einem ursprünglich als Bürstendichtung gedachten Streifen eine längliche Beschichterklinge für 3D-Druckmaschinen entwickelt“, berichtet Pröstler. Seither nutzt etwa das europäische Raumfahrtunternehmen ArianeGroup die „Abzieher“ erfolgreich für den 3D-Druck extrem dünnwandiger Raumfahrtbauteile.