Jasionka, Polen
Didaktik vermittelt nicht nur Wissen, sondern fördert Teamwork, Verantwortungsbewusstsein, Lösungsorientiertheit und gegenseitigen Respekt. Kompetenzen, die auch in der Instandhaltung von Triebwerken unerlässlich sind.
Genau das dachten sich Łukasz Zając, bei EME Aero in Jasionka in Polen unter anderem verantwortlich für die Ausbildungsprogramme, und Trainer Dominik Weber. „Mit das Wichtigste in unserem Geschäft ist, dass die Kolleg:innen an den Linien ihr theoretisches Wissen fehlerfrei anwenden können“, sagt Zając. „Das machen wir im Quality-Escape-Room in spielerischer Art und Weise – aber mit sehr realistischen Themen.“
Eingebettet ist er in den EME Campus, eine der größten Trainingseinrichtungen im Netzwerk der MTU. Aufgebaut im Stil einer eigenständigen Servicewerkstatt kommen auf rund 4.000 Quadratmetern sämtliche Tools und Systeme zum Einsatz, mit denen EME Aero die Triebwerke der weltweiten Flotten instand setzt.
Eingeweiht wurde er im Jahr 2023, um die stetig steigende Zahl der Shopvisits zu bewältigen und gleichzeitig die Qualifikation des EME-Aero-Teams sicherzustellen. "Auf diese Weise haben wir die wichtigsten Servicearbeiten vom Schulungsprozess getrennt und einen Raum geschaffen, der der Schulung am Arbeitsplatz gewidmet ist", betont Łukasz Zając.
Ein Teil der Qualifizierung ist das Qualitäts-Escape-Room-Spiel für alle neuen Mitarbeiter:innen. Mit Unterstützung des Qualitätsteams ist dies der letzte Schritt, bevor sie die EME Aero-Einrichtung betreten und dort mit ihrer Arbeit beginnnen.
"Beim Escape Room muss eine Gruppe verschiedene Aufgaben und Rätsel lösen, um den Schlüssel zum Ausgang zu finden und den Raum in möglichst kurzer Zeit zu verlassen", erklären Daria Witek und Natali Fudali, Qualitätsingenieurinnen und Auditorinnen bei EME Aero. Schlüsselthema ist die Qualität und damit verbundene Aspekte der täglichen Arbeit.
Hat sich die Tür zu dem sechs auf fünf Meter großen Kasten einmal hinter den Kleingruppen geschlossen, bleibt jeweils acht Minuten Zeit, um zehn Funde zu markieren. „Das kann eine abgelaufene Chemikalie sein, ein Fremdkörper auf dem Boden oder ein falsch gelagertes Werkzeug“, erläutert Weber. Wenn die Tür wieder aufgeht, sprechen Trainer und Gruppe entdeckte wie nicht entdeckte Funde durch. „Wir haben einen Pool von etwa 60 Funde aufgebaut, aus denen wir abhängig von der Gruppe wählen können.“
Seit Jahresbeginn können auch EME-Aero-Kolleg:innen, die nicht unmittelbar an den Triebwerken arbeiten, eine gewisse Anzahl an Slots für den Escape Room buchen. „Ein großes Bewusstsein für Qualitätsthemen ist ja auch in allen anderen Arbeitsplätzen bei uns nötig“, sagt der Ausbildungsverantwortliche Zając.